Wurzelbehandelte Zähne
Tote Zähne – gleichgültig ob wurzelgefüllt oder nicht – können der Grund nicht nur für lokale, sondern auch für systemische Entzündungsreaktionen und somit für chronische Erkrankungen sein. Aus handwerklicher Sicht funktioniert die Wurzelkanal-Behandlung zum Erhalt der Kaufunktion, aus medizinischer Sicht (biologische Zahnmedizin) sollten Wurzelbehandlungen allerdings kritischer hinterfragt werden.
Zurück zum SpektrumWurzelbehandelte Zähne aus Sicht der biologischen Zahnmedizin
Eine Wurzelkanalbehandlung erhält den Zahn als Kauwerkzeug – das ist ihr Zweck und in vielen Fällen sinnvoll. Aus Sicht der biologischen Zahnmedizin lohnt sich zusätzlich ein zweiter Blick: Ein wurzelbehandelter Zahn ist nicht mehr durchblutet, und das feine Kanalsystem im Inneren lässt sich nie vollständig erreichen. Ob daraus eine Belastung für den Organismus entsteht, wird fachlich unterschiedlich bewertet und lässt sich nur im Einzelfall beurteilen. Wir treffen deshalb keine pauschale Entscheidung, sondern befunden jeden Zahn einzeln.
Wann wir einen wurzelbehandelten Zahn genauer ansehen
– wiederkehrende Beschwerden oder Druckgefühl im Bereich des Zahns
– auffälliger Röntgenbefund an der Wurzelspitze
– eine bestehende chronische Erkrankung, bei der Entzündungsherde eine Rolle spielen können
– geplante größere Versorgung im selben Kieferabschnitt
– ausdrücklicher Wunsch nach einer Herdabklärung
Zahnherd-Diagnose: wie wir vorgehen
Dreidimensionale Bildgebung
Ein zweidimensionales Röntgenbild zeigt Veränderungen an der Wurzelspitze oft erst spät. Mit der DVT-3D-Diagnostik lässt sich der Knochen rund um die Wurzel räumlich beurteilen. Wann eine solche Aufnahme angezeigt ist, entscheiden wir zurückhaltend und nach Befund.
Laborchemische Untersuchungen
Ergänzend können Untersuchungen aus Blut oder Gewebe Hinweise auf eine Entzündungsaktivität geben. Mehr dazu unter Labordiagnostik.
Gesamtbild statt Einzelbefund
Erst die Zusammenschau von Beschwerden, Bildgebung, Laborwerten und Ihrer Krankengeschichte ergibt ein belastbares Bild. Einen Überblick über unsere Verfahren gibt die Seite Diagnostik.
Mögliche Wege nach dem Befund
Beobachten. Ist der Zahn unauffällig und beschwerdefrei, kann eine regelmäßige Kontrolle ausreichen.
Revision. Die Wurzelfüllung wird erneuert, wenn der Zahn erhaltungswürdig erscheint und der Befund dafür spricht.
Entfernung. Zeigt sich ein deutlicher Befund, kann die Entfernung des Zahns die sinnvollere Option sein. Der Bereich wird dabei gründlich gereinigt; zur Ausheilung setzen wir unter anderem A-PRF-Membranen aus körpereigenem Blut und die Ozon-Therapie ein.
Welcher Weg passt, entscheiden Sie gemeinsam mit uns – nach vollständiger Aufklärung über Nutzen und Grenzen jeder Variante.
Und danach? Die Lücke versorgen
Wird ein Zahn entfernt, besprechen wir frühzeitig, wie die Lücke versorgt werden kann. Häufig kommen metallfreie Lösungen infrage, etwa Keramikimplantate. Reicht das Knochenangebot nicht aus, kann ein biologischer Knochenaufbau vorgeschaltet werden. Bei chronischen Erkrankungen finden Sie weitere Hinweise unter Metallfreie Implantate bei Autoimmunerkrankungen & Diabetes.
Häufige Fragen
Muss jeder wurzelbehandelte Zahn entfernt werden?
Nein. Viele wurzelbehandelte Zähne bleiben über Jahre unauffällig. Wir entscheiden nach Befund, nicht nach Prinzip.
Woran merke ich, dass etwas nicht stimmt?
Oft an gar nichts – solche Befunde verlaufen häufig ohne Schmerzen. Deshalb gehört die Kontrolle wurzelbehandelter Zähne zur regelmäßigen Untersuchung.
Was ist ein Zahnherd?
Als Herd bezeichnet man einen örtlich begrenzten Befund, von dem eine Wirkung auf den übrigen Organismus ausgehen kann. Ob ein konkreter Befund diese Bedeutung hat, lässt sich nur individuell und in Zusammenschau mit Ihrer ärztlichen Behandlung beurteilen.
Arbeiten Sie mit meinem Hausarzt zusammen?
Gern. Bei chronischen Erkrankungen ist die Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt aus unserer Sicht sinnvoll.
Termin vereinbaren
Sie möchten einen wurzelbehandelten Zahn abklären lassen? Vereinbaren Sie einen Termin über unsere Kontaktseite oder in der Spezial-Sprechstunde Biologische Zahnmedizin. Hintergründe zu unserer Arbeitsweise finden Sie unter Biologische Zahnmedizin und Kieferknochenentzündung (NICO).