Biologischer Knochenaufbau
Beim Aufbau des Kieferknochens wird das eingebrachte köperähnliche Material (Calcium-Phosphat) durch körpereigene Knochenzellen umgebaut. Das Knochenwachstum wird wieder angeregt und einem weiteren Abbau des Knochens wird entgegengewirkt. Ähnlich wie bei Muskeln, die lange nicht trainiert werden und sich so zurückbilden, ist es auch beim Kieferknochen. Fehlt hier ein Zahn über längere Zeit und wird nicht ersetzt, fehlt die Belastung des Kieferknochens. Dadurch bildet er sich immer weiter zurück.
Zurück zum SpektrumWann ein Knochenaufbau nötig werden kann
Der Kieferknochen lebt von Belastung. Fehlt ein Zahn über längere Zeit, bleibt der Reiz beim Kauen aus und der Knochen bildet sich an dieser Stelle zurück. Für ein Implantat braucht es aber ausreichend Höhe und Breite, damit es sicher verankert werden kann. Ist davon zu wenig übrig, kann vor oder während der Implantation ein Aufbau sinnvoll sein.
Häufige Gründe für einen zurückgebildeten Kieferknochen:
- eine Zahnlücke, die über Monate oder Jahre nicht versorgt wurde
- eine ausgeprägte Parodontitis, bei der Knochen verloren gegangen ist
- eine chronische Entzündung im Kieferknochen – siehe Kieferknochenentzündung (NICO)
- ein Zahn, der über längere Zeit entzündet war, etwa ein wurzelbehandelter Zahn
- eine schlecht sitzende Prothese, die den Kiefer ungleichmäßig belastet
Wie wir vorgehen
Befund und dreidimensionale Beurteilung
Wie viel Knochen tatsächlich vorhanden ist, lässt sich auf einem flachen Röntgenbild nur eingeschränkt beurteilen. Wenn es genauer sein muss, nutzen wir die DVT- und 3D-Diagnostik und planen den Aufbau daran.
Das Aufbaumaterial
Wir arbeiten mit Calcium-Phosphat, also mit dem mineralischen Baustein, aus dem Knochen zu rund der Hälfte selbst besteht. Tierisches oder anderweitig fremdartiges Material kommt bei uns nicht zum Einsatz. Das eingebrachte Material dient dem Körper als Gerüst, an dem entlang eigene Knochenzellen einwandern und neuen Knochen bilden können.
Körpereigene Unterstützung
Begleitend setzen wir A-PRF-Membranen aus Ihrem eigenen Blut ein. Sie decken den Aufbaubereich ab und bringen körpereigene Wachstumsfaktoren direkt an die Stelle, an der sie gebraucht werden. Zur Keimreduktion während des Eingriffs nutzen wir zusätzlich die Ozon-Therapie.
Heilung und weiteres Vorgehen
Der aufgebaute Bereich braucht Zeit, bis er belastbar ist. Wie lange das dauert und ob das Implantat gleichzeitig oder erst später eingesetzt wird, hängt vom Umfang des Aufbaus und vom Befund ab. In vielen Fällen folgt anschließend ein Keramikimplantat, damit auch der Zahnersatz ohne Metall auskommt.
Häufige Fragen zum Knochenaufbau
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Der Aufbau erfolgt unter örtlicher Betäubung. Wie Sie die Zeit danach erleben, ist individuell – wir besprechen vorab mit Ihnen, worauf Sie in den ersten Tagen achten sollten.
Warum kein tierisches Material?
Das ist eine Grundsatzentscheidung unserer Praxis. Wir möchten so wenig körperfremdes Material wie möglich einbringen und setzen deshalb auf mineralische Bestandteile und auf Anteile aus dem eigenen Blut.
Lässt sich ein Knochenaufbau vermeiden?
Je früher eine Lücke versorgt wird, desto geringer ist in der Regel der Rückgang des Knochens. Wenn Sie unsicher sind, wie es bei Ihnen aussieht, schauen wir uns das in der biologischen Sprechstunde in Ruhe an.
Wie werden die Kosten abgerechnet?
Sie erhalten vor Behandlungsbeginn einen Heil- und Kostenplan. Was davon erstattet wird, richtet sich nach Ihrem Versicherungsstatus und Ihrem Tarif.
Sie haben Fragen zu Ihrer Situation? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular oder rufen Sie in der Praxis an.